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InsightsArtikel
CRM

KI im CRM: Wenn sich das System selbst pflegt

HubSpot macht das CRM zum Assistenten, der Gespräche selbst erfasst. Warum das auch Unternehmen betrifft, die HubSpot gar nicht nutzen.

Dietmar SchmidGeschäftsführer 3HillsIT Österreich16.10.20264 Min. Lesezeit
Illustration: Ein entspannter Geschäftsmann am Schreibtisch, daneben eine lächelnde Sprechblase, die Symbole für Telefon, E-Mail, Kalender und Dokument in einen Ordner ablegt.

Mitte September hat HubSpot sein Herbst-Release vorgestellt und es selbst als das bedeutendste seit Jahren bezeichnet. Im Kern steht eine Idee, die ich in CRM-Projekten seit Langem höre, meistens als Wunsch: Das CRM soll sich selbst pflegen. Anrufe, E-Mails und Meetings landen automatisch im System, und ein KI-Assistent verteilt Aufgaben an spezialisierte KI-Agenten. Als Geschäftsführer bei 3 Hills IT arbeite ich vor allem mit ADITO und Microsoft Dynamics 365. Trotzdem halte ich dieses Release für eines der aufschlussreichsten Signale des Jahres, weil es zeigt, wohin sich CRM-Systeme insgesamt bewegen.

Was HubSpot konkret angekündigt hat

Zentrale Steuerung ist der Breeze Assistant. Er nimmt Anweisungen entgegen, übergibt sie an passende KI-Agenten und erstellt auf Basis der CRM-Daten Angebote, Berichte oder Kampagnenpläne. Dazu kommt ein Smart CRM, das Anrufe, E-Mails und Meetings laut HubSpot ohne manuelles Zutun erfasst und synchronisiert. Ein Mobile Notetaker zeichnet Gespräche unterwegs und vor Ort auf, ein neues Marketing Studio bündelt die Kampagnenarbeit, und ein Revenue Hub begleitet den Weg vom Angebot bis zur Zahlung. Außerdem lassen sich ChatGPT Ads und Microsoft Advertising direkt aus dem CRM steuern. Zu Verfügbarkeit und Preisen der einzelnen Funktionen macht die Ankündigung von HubSpot keine Angaben.

Vom Datenspeicher zum Assistenten

Wenn CRM-Einführungen scheitern, dann selten an der Technik. Meistens scheitern sie an der Pflege. Der Vertrieb trägt Gesprächsnotizen am Abend nach, im Service fehlt die Historie, und das Marketing arbeitet mit Kontaktdaten, die keiner mehr prüft. Ein CRM, das selbst mitschreibt und Vorschläge macht, dreht dieses Verhältnis um: Das System arbeitet für das Team, nicht umgekehrt.

Das verändert auch die Erwartungen. Wer einmal erlebt hat, dass ein Meeting ohne eigenes Zutun im CRM landet, wird das bei jedem System voraussetzen. Microsoft geht mit Copilot in Dynamics 365 seit einiger Zeit in dieselbe Richtung. HubSpot ist hier also kein Sonderfall, sondern zeigt besonders deutlich, was in den nächsten Jahren zum Standard wird.

Ein CRM, das sich selbst pflegt, nimmt dem Team Arbeit ab. Die Verantwortung für gute Daten nimmt es ihm nicht ab.

Warum Automatik keine Datenqualität ersetzt

Ein Detail aus der Ankündigung finde ich besonders bemerkenswert: HubSpot führt gleichzeitig einen Bereich ein, der bewertet, wie vollständig die Datengrundlage im CRM ist, und zeigt, wo Lücken bestehen. Das sagt viel. Auch der Hersteller selbst geht davon aus, dass die KI nur so gut arbeitet wie der Kontext, den sie vorfindet.

Automatische Erfassung erzeugt zunächst mehr Daten, nicht automatisch bessere. Wenn nicht geklärt ist, welche Felder was bedeuten, wer für einen Kunden zuständig ist und welches System im Zweifel führend ist, dann füllt die KI das CRM schneller, aber nicht sinnvoller. In Unternehmen, in denen Vertrieb, Marketing und Service über Jahre eigene Abläufe entwickelt haben, ist genau das die eigentliche Arbeit.

Was Sie vor dem Einschalten klären sollten

Ob HubSpot, ADITO oder Dynamics 365: Bevor ein CRM Gespräche automatisch mitschreibt, lohnen sich vier Fragen.

  • Rechtsgrundlage: Wer Telefonate und Meetings automatisch aufzeichnen und transkribieren lässt, sollte Datenschutz und Mitarbeitervertretung früh mit an den Tisch holen. Sonst ist die Funktion fertig eingerichtet und darf trotzdem nicht genutzt werden.
  • Datenfluss: Wo werden Mitschnitte und Transkripte verarbeitet und gespeichert, und wie lange?
  • Datenmodell: Welche Informationen sollen automatisch ins CRM, und welche bewusst nicht?
  • Freigabe: Wer prüft Vorschläge der KI, bevor sie Kundendaten verändern?

Wie wir das bei 3 Hills IT einordnen

Wir beraten herstellerneutral und empfehlen kein System, weil es gerade das lauteste Release hatte. Was wir in Projekten immer wieder sehen: KI-Funktionen im CRM bringen dann etwas, wenn Prozesse und Datenmodell vorher sauber geklärt sind. Deshalb beginnen wir mit der Prozessaufnahme und dem Datenmodell und entscheiden erst danach, welche Automatisierung tatsächlich passt. Das selbstpflegende CRM ist eine gute Nachricht für alle, die heute mit Pflegeaufwand kämpfen. Es belohnt aber vor allem die Unternehmen, die ihre Hausaufgaben schon gemacht haben. Die Zukunft wird zeigen, wie gut diese Systeme in der Arbeitswelt angenommen werden.

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Dieser Beitrag ist mit KI-Unterstützung entstanden — Entwurf mit KI, Freigabe durch unser Team. Wir arbeiten selbst so, wie wir es unseren Kund:innen empfehlen.