Zum Inhalt springen
InsightsArtikel
KI

Warum unsere neue Website ohne WordPress läuft

Astro statt WordPress, kein Redaktionssystem außer im Blog und warum bei uns das Marketing die Seitentexte selbst ändert.

Alexander HäglerGeschäftsführer 3HillsIT Deutschland15.10.20268 Min. Lesezeit
Illustration: Zwei Kolleg:innen stehen vor einem schematisch dargestellten Browserfenster, daneben ein Häkchen-Symbol und gestapelte Bausteine auf türkisem Hintergrund.

Seit einigen Wochen läuft unsere überarbeitete Website. Der sichtbare Teil ist schnell erzählt: eine klarere Struktur, ein Bereich für Fachbeiträge, eine eigene Karriere-Seite. Davon können Sie sich selbst ein Bild machen, Sie sind gerade darauf.

Interessanter ist, was darunter liegt. Dort liegen die Entscheidungen, die wir sonst in Kundenprojekten diskutieren, und eine davon hat unseren eigenen Arbeitsalltag mehr verändert als alles andere.

Der Anlass: eine Seite, die nicht mehr zu uns passte

Unsere alte Seite hat inhaltlich nicht mehr zu dem gepasst, was wir im Alltag mit unseren Kunden erarbeiten. Das war der sichtbare Teil. Der unsichtbare war technischer Natur: ein über Jahre gewachsener WordPress-Bestand mit Plugins für Formulare, für Consent und für Layout. Jedes einzelne war eine eigene Abhängigkeit mit eigenem Update-Zyklus, und in Summe ergab das eine Seite, die niemand mehr vollständig überblickte.

Wie so etwas endet, ließ sich zuletzt auf unserer eigenen Seite ablesen: Der Consent-Layer zeigte an jeder Ecke Platzhalter statt Text, Programmiervariablen, sichtbar für alle Besucher:innen. Das Kontaktformular führte Felder doppelt, falsch beschriftet, ein Nachname-Feld fehlte ganz. Ausgerechnet auf der Seite, über die man uns erreicht.

Beides war reparabel und ist erledigt. Aber es war das ehrlichste Argument gegen den bisherigen Aufbau: Ein System, in dem niemand mehr sieht, wo eine Anzeige herkommt, produziert genau solche Fehler, und man findet sie zufällig, nicht systematisch.

Parallel dazu hat sich unser Team verändert und vergrößert. Mit dem neuen Team haben wir uns auf ein Unternehmensziel verständigt, das wir intern AI First nennen: KI nicht als Extra-Thema für Sonderprojekte, sondern als Standardwerkzeug im täglichen Arbeiten. Der Relaunch war das erste größere Vorhaben, das komplett nach dieser Linie gelaufen ist.

Weg von WordPress: die Seite wird gebaut, nicht zusammengesteckt

Die neue Website läuft auf dem Framework Astro. Der Unterschied in einem Satz: Es gibt kein Content-Management-System, das eine Seite bei jedem Aufruf neu zusammensetzt. Stattdessen wird die gesamte Website einmal gebaut, als fertige HTML-Seiten, und danach nur noch ausgeliefert.

Was das praktisch bedeutet:

  • Es gibt zur Laufzeit nichts, was langsam sein könnte. Keine Datenbankabfrage, keine PHP-Ausführung, kein Plugin, das beim Seitenaufruf nachdenkt. Der Server gibt eine Datei heraus.
  • Die Angriffsfläche schrumpft auf das Notwendige. Der klassische Weg in eine WordPress-Installation führt über ein veraltetes Plugin oder eine Anmeldemaske. Beides existiert auf der ausgelieferten Seite nicht mehr.
  • Änderungen sind nachvollziehbar. Jede Seite liegt als Quelltext in der Versionsverwaltung. Man sieht, wer was wann geändert hat, und kann jeden Stand wiederherstellen. Bei einem Plugin-Stack sieht man das nicht.
  • Die Gestaltung ist an einer Stelle definiert. Farben, Schriftgrößen und Abstände liegen als zentrale Werte im Projekt, nicht in Baukasten-Einstellungen pro Seite. Eine neue Seite kann deshalb nicht versehentlich anders aussehen.

Das ist keine Astro-Werbung, dieselbe Bauart gibt es auch unter anderen Namen. Der Punkt ist die Richtung: weg von einem System, das zur Laufzeit improvisiert, hin zu einem, dessen Ergebnis vor der Veröffentlichung feststeht.

Kein Redaktionssystem, außer im Blog

Die Entscheidung, die intern am meisten Diskussion gekostet hat: Unsere Seiten sind nicht über eine Oberfläche bearbeitbar. Es gibt keine Anmeldemaske, in der man einen Satz überschreibt und auf „Aktualisieren” klickt.

Das klingt unbequem und ist es auch, aber an genau den Stellen, an denen Unbequemlichkeit hilft. Eine Preisangabe, eine Rechtsangabe oder eine Aussage über unser Leistungsspektrum soll nicht mit zwei Klicks live gehen können. Für einen Auftritt, der sich selten ändert, ist ein Baukasten kein Gewinn, sondern eine offene Tür für Flüchtigkeitsfehler.

Eine Ausnahme gibt es, und zwar bewusst: den Insights-Bereich. Fachbeiträge entstehen laufend, sie werden von mehreren Personen geschrieben, und sie brauchen dafür niemanden aus der Entwicklung. Dafür gibt es ein schlankes Redaktionssystem mit Anmeldung über das Microsoft-Arbeitskonto.

Damit war die eigentliche Frage aber nicht beantwortet, sondern nur verschoben: Wenn es für die Leistungs- und Unternehmensseiten keine Oberfläche gibt, wer ändert dort die Texte? Die naheliegende Antwort wäre gewesen: die Entwicklung, auf Zuruf. Das wollten wir nicht.

Marketing und Vertrieb ändern die Website selbst

Stattdessen arbeiten Marketing und Vertrieb heute direkt im selben Projekt wie das Tech-Team: mit VS Code als Arbeitsumgebung und Claude Code als Werkzeug darin. Niemand aus dem Marketing schreibt dabei Code. Beschrieben wird auf Deutsch, was sich ändern soll, wo es steht, was stattdessen dort stehen soll und warum. Umgesetzt wird es von Claude Code.

Das Entscheidende daran ist nicht das Werkzeug, sondern wo die Regeln liegen: Unsere Hausregeln stehen als Dateien im Projekt. Dazu gehören Anrede, Begriffe, die wir nicht verwenden, unsere Regel fürs Gendern, die Bausteine, die es gibt, und die Bereiche, die das Marketing nicht anfasst. Claude Code liest sie bei jedem Start mit. Die Regeln stecken also im Projekt, was auch heißt, dass ein:e neue:r Kolleg:in sie am ersten Tag einhält, ohne sie gelesen zu haben.

Vor dem Veröffentlichen liegen drei Stationen:

  • Eine Vorschau auf dem eigenen Rechner. Die komplette Website läuft lokal, Änderungen sind sofort sichtbar. Nichts davon ist im Netz, niemand muss auf irgendetwas warten.
  • Eine passwortgeschützte Vorschau-Website. Sie sieht aus wie das Original und ist für Suchmaschinen gesperrt. Hier sieht das Team eine Änderung in ihrer echten Umgebung, bevor jemand anderes sie sieht.
  • Automatische Prüfungen bei jedem Hochladen. Sie messen Ladegeschwindigkeit und Barrierefreiheit, prüfen Bildgrößen, suchen nach Begriffen, die wir nicht verwenden, und schlagen Alarm, wenn jemand eine Zahl in einen Werbetext schreibt, die belegt werden müsste. Fällt eine Prüfung durch, wird nichts veröffentlicht und die Website läuft unverändert weiter.

Die Freigabe für die öffentliche Seite erteilt danach ein Mensch aus dem Tech-Team. Immer, auch wenn alles „grün” ist. Denn zwischen „technisch in Ordnung” und „darf öffentlich sein” liegt eine Frage, die keine Maschine beantwortet: Passt das zur Positionierung, stimmen die Aussagen, ist es rechtlich sauber.

Für größere inhaltliche Themen wie etwa eine ganze Seite, eine Positionierung oder alles mit Zahlen oder Zusagen darin geht die Arbeit vorher durch einen gemeinsamen Arbeitsraum, in dem die Markenrichtlinien, die Positionierung und alle bisher getroffenen Entscheidungen samt Begründung liegen. Erst wenn der Inhalt dort steht, wird er umgesetzt. Das ist der Teil, an dem Marketing, Vertrieb und Technik tatsächlich zusammenarbeiten, statt sich Aufgaben zuzuwerfen.

Ehrlich dazugesagt: Das funktioniert nicht, weil ein Werkzeug klug ist. Es funktioniert, weil vorher jemand die Regeln aufgeschrieben hat. Die Einrichtung kostet eine knappe Stunde, einmalig, gemeinsam mit der Technik. Die Arbeit davor, Hausregeln und Zuständigkeiten zu klären, hat deutlich länger gedauert. Wer nur das Werkzeug einführt und die Regeln weglässt, bekommt das Chaos schneller als vorher.

Der Satz, der den Unterschied macht, steht in keinem Werkzeug: Inhalt gehört dem Marketing, Aussehen und Struktur gehören der Technik. Neu ist nur, dass diese Grenze jetzt technisch abgesichert ist statt bloß verabredet.

Datenschutz als technische Entscheidung, nicht als Banner

Die neue Seite setzt keine Cookies zur Reichweitenmessung und legt keine Besucherprofile an. Deshalb gibt es auch keinen Consent-Layer mehr, der Ihnen beim Öffnen die Sicht auf den Inhalt nimmt.

Das ist keine Kulanz, sondern die Reihenfolge, in der man solche Fragen sinnvoll bearbeitet: erst entscheiden, welche Daten man überhaupt erhebt, dann klären, was man dafür einholen muss. Wer die Reihenfolge umdreht, landet bei einem Banner, der ein technisches Problem juristisch verwalten soll.

Was das mit KI-Beratung zu tun hat

Der Relaunch war das erste Vorhaben, das wir vollständig nach unserer AI-First-Linie gebaut haben: internes Team, KI-gestützt, mit festen Regeln.

„KI-gestützt” heißt dabei nicht, dass wir eine Aufgabe hineingegeben und ein Ergebnis herausgenommen hätten. Es heißt: Kontext hinein, iterieren, bewerten. Jede Design- und Technikentscheidung liegt als Eintrag im Projekt, mit der Begründung und mit dem, was wir verworfen haben und warum. Das ist weniger elegant als eine reine Erfolgsgeschichte, aber es ist der Grund, warum die Entscheidungen jetzt noch nachvollziehbar sind und nicht in vier Monaten neu diskutiert werden.

Der eigentliche Beleg ist aber nicht der Relaunch, sondern das, was seitdem passiert. Ein Projekt kann man mit Sonderanstrengung durchziehen. Dass seither Leute ohne technischen Hintergrund die Website im Tagesgeschäft ändern, mit Vorschau, Prüfungen und Freigabe dazwischen, ist die Probe darauf, ob die Umstellung im Alltag trägt. Genau diese Probe meinen wir, wenn wir mit Kund:innen über KI sprechen.

Dazu gehört die unbequeme Hälfte. KI ist regelmäßig sehr selbstbewusst falsch: erfundene Verweise auf Dokumentation, Funktionen, die plausibel aussehen und nicht existieren, Zahlen, die überzeugend präsentiert und schlicht geraten sind. Deshalb steht in unserem Ablauf vor jedem Hochladen eine Zusammenfassung in verständlicher Sprache, die ein Mensch liest und bestätigt. Wer KI ohne diese Kehrseite verkauft, hat sie nicht ernsthaft eingesetzt.

Genau das ist der Grund, warum wir über diesen Relaunch überhaupt schreiben: Er ist kein Kundenprojekt, das wir vorzeigen. Er ist unser eigener Fall, und der einzige, bei dem wir jeden Zwischenstand kennen.

Wie wir mit KI arbeiten

KI-Beratung ansehen

Was Sie auf der neuen Seite konkret finden

Kurz, weil Sie es ohnehin gleich sehen:

  • Eine schlankere Struktur. Die Navigation orientiert sich an dem, wonach Sie suchen, nicht an unserer internen Organisation.
  • Den Insights-Bereich. Fachbeiträge zu CRM, Individualsoftware und KI, auch dann relevant, wenn bei Ihnen ein Thema aufkommt, das über die bisherige Zusammenarbeit hinausgeht.
  • Eine eigene Karriere-Seite. Für alle, die uns kennenlernen wollen.
  • Eine Seite, die am Smartphone genauso funktioniert wie am Desktop.

Die Seite ist neu, Ihre bekannten Kontakte bleiben dieselben. Ergänzend wächst unser Team: Wenn sich bei Ihnen neue Themen oder Projekte ergeben, ist auch unsere neue Business Development Managerin im Vertrieb eine gute erste Adresse.

Schauen Sie sich um. Und wenn Ihnen etwas auffällt, das nicht stimmt: Wir freuen uns über jeden Hinweis. Nach dem oben Geschriebenen wäre es unpassend, das anders zu halten.

Wie sähe das in Ihren Abläufen aus?

Gespräch vereinbaren

Dieser Beitrag ist mit KI-Unterstützung entstanden — Entwurf mit KI, Freigabe durch unser Team. Wir arbeiten selbst so, wie wir es unseren Kund:innen empfehlen.